Kinderportraits

4, Dez, 2017

Portraits von Kindern finde ich oft langweilig. Papa:”Sag mal Cheeeeeeese!”.*Klick*
Klar, das Bild ist super. Man liebt sein Kind ja nun und möchte alles festhalten, was geht. Und natürlich jeden damit nerven, der greifbar ist!

Portraits können so viel mehr sein. Wenn man in das Mittelalter mit seiner Kunst blickt, die eher Handwerk und Auftragsarbeit war, aber mit Symbolen und Farbgebung Botschaften vermittelte. Neuere Kunst, die, auch in anderen Medien, mehr Gefühle und Poesie in die Bildsprache brachte.

Die Grundregeln eines guten Portraits kenne ich. Festbrennweite, Beleuchtung und Konsorten. Ich mache trotzdem nur spontan Portraits und hatte an einem Tag das Glück direkt zwei Fotos zu machen, die zu den Lieblingsfotos des Papas und meinen besten Portraits gehören. Eines ziert seit längerer Zeit den Desktop von Papa. :o)
Hat ein bissel gedauert, aber inzwischen darf ich die Fotos offiziell zeigen.

Portrait, wie es laut Lehrbuch sein soll. Aber doch anders. War absoluter Zufall und ich hatte gerade aus einiger Entfernung ein Zoomobjektiv auf der Kamera. Ich mag, dass die Situation so losgelöst und unbeobachtet ist.

Port1Klein.JPG

Das absolute Gegenteil aber das Bild, das Papas Tochter so frech abbildet, wie sie ist, habe ich danach gemacht. Ich hatte gerade leckerekelhafte blaue Eispampe geschlürft und meine verfärbte Zunge zum gefühlten 1000. Mal raus gestreckt. Und ich bekam immer folgendes zurück. Ich habe es geschafft die Kamera hoch zu reißen und mit einem “gestelltem” Foto das Gegenteil davon zu knipsen.

Port2Klein.JPG

Menschen einzufangen, wie sie in einer aktuellen Situation sind, ist schwierig. Ein wenig wie Quantenteilchen mit Beobachter. An diesem Tag habe ich aber zwei Fotos hinbekommen, die eine gute Bandbreite des zauberhaften Wesens von Papas Tochter zeigen.