Das Lemma (Wenn was auf der Zunge liegt)

31, Jul, 2017

Einleitung

Ich habe in einer alten Ausgabe (1989) von GEO Wissen (Kommunikation), die ich mir eigentlich wegen dem Vergleich Kommunikation Mensch - Computer (1989 - heute) mit genommen hatte, einen Artikel über das Verständnis von Sprache gefunden, der mir eine lange gesuchte Antwort gab.

Es geht um die Frage, ob wir beim Sprechen oder Verstehen von Fremdsprachen tatsächlich im Kopf übersetzen. Und die Frage, warum man “etwas auf der Zunge liegen hat” oder man “nur” auf den Begriff in einer anderen Sprache kommt.

Die Antwort ist das Lemma. Das Lemma ist das Sinnbild im Geiste zu dem, was man artikulieren oder verstehen möchte. Dieses Bild wird vor der Lautgestalt angesprochen. In dem Artikel heißt es, dass wir bei der Aussprache eines Wortes nicht wissen, was es bedeutet, sondern das Lemma “sehen”.

Verknüpfung Lemma - Lautgestalt

Das bedeutet, dass, wenn wir “etwas auf der Zunge liegen haben”, zwar das Bild bereits im Kopf aufgerufen wurde, das Hirn aber die Verbindung zu der Lautgestalt nicht findet.

Sollten mit dem Lemma Lautgestalten in unterschiedlichen Sprachen verbunden sein, dann weicht die Wortfindung auf die gerade am besten verfügbare Verbindung aus. Der Weg des geringsten Widerstands.
(Na, wie heißt es denn noch gleich… In Englisch heißt es Sheep!)

Das Funktioniert übrigens auch bei dem Betrachten von Bildern. Bild - Lemma - Wort

Ein paar Gedanken zu den Konsequenzen

Diese Verarbeitungskette bringt unschöne Sachen mit sich. Über das Lemma können auch andere Teile des Gehirns angesprochen werden. Die Verknüpfungen zu Teilen, die für Gefühlsregungen verantwortlich sind, können ausgenutzt werden.
Wenn die Bildinformation eines Werbeplakats oder das Titelbild einer Zeitung direkt über das Lemma Gefühle weckt, wird der Intellekt umgangen.

Dem Thema werde ich mich noch widmen und vielleicht noch ein oder zwei Worte darüber schreiben.
Falls ich mehr Links finde, poste ich die auch noch.
Ich hoffe, dass ich Interesse wecken konnte!


Eine Folie zur Kommunikation der Uni Heidelberg